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Hirsau und sein Stil

Ausgehend vom Kloster Hirsau im Schwarzwald schlossen sich im 11. und 12. Jh. zahlreiche Klöster der Hirsauer Reform an. Diese wurde deutlich von Cluny beeinflusst, unterscheidet sich aber inhaltlich und architektonisch deutlich von Cluny. Charakteristisch in Hirsau ist der reduzierte romanische Baustil. Das Kirchengebäude ist fast schmucklos, kennt meist nur zwei Türme an der Westflanke oder als Chortürme, der Chor ist gerade geschlossen ohne Umgangschöre. Am auffälligsten sind die fast archaischen massiven Säulen und die schmucklosen abgschrägten Würfelkapitelle. In dieser monumentalen Schmucklosigkeit erinnert vieles an die Architektur der Zistezienser, die nur wenig später auftreten. Der Einfluss von Hirsau richtet sich so auf die frühen Zisterzienser, die teilweise Gewohnheiten (komtemplatives Schweigen, Laienbrüdertum oder rechtliche Unabhängigkeit der Klöster) von Hirsau übernahmen bis hin zu baulichen Anleihen (Pfeilerbasilika oder gerade geschlossener Chor). Da Hirsau selbst keine Kongregation gründete und fremde Klöster nur  durch Übernahme der Hirsauer Gewohnheiten (Constitutiones Hirsaugienses) an sich binden konnte verbreitete sich  der Hirsauer Baustil auch auf Stiftskirchen oder Ortskirchen, die weder ein Kloster im Sinne Hirsaus oder Cluny waren noch als Priorat eines solchen Klosters gelten können.

Infos:

https://de.wikipedia.org/wiki/Hirsauer_Reform
https://freunde-kloster-hirsau.de/hirsau-und-cluny/