Konstanz
Krypta des Münsters
Schon um das Jahr 600 ist Konstanz Bischofssitz; 780 wird die Kirche zum ersten Mal urkundlich erwähnt, die aber wohl schon zu der Zeit schon bestand (die Vita des Heiligen Gallus setzt dies um 615 voraus). Unter der dreischiffigen romanischen Kirche von 1098 (Weihe) finden wir noch eine Krypta aus der Zeit Mitte 9. bis Anfang 10. Jahrhundert, die den Gebeinen des Heiligen Pelagius als Ruhe- und Verehrungsstätte diente. Vier der der sechs Säulen der dreischiffigen Halle besitzen ottonische Akanthuskapitelle, zwei weitere haben figürliche Kapitelle, möglicherweise römische Spolien.
Eine besondere Rarität stellen die vier feuervergoldeten Kupferscheiben dar, die von 1300 bis 1925 am äußeren Ostgiebel zur Seeseite hin angebracht waren. Die größte mit fast zwei Meter Durchmesser stellt Christus als Pantokrator dar flankiert von zwei Engeln (um 1000?). Stilistisch ähnelt sie den Buchmalereien und Fresken des Klosters Reichenau und ist ein schönes Beispiel für die frühmittelalterliche Ästhetik. Die drei kleineren Scheiben (Durchmesser 90cm). sind späteren Datums (12. oder 13. Jahrhundert) und stellen die Münsterpatrone Pelagius (mit Palmzweig) und Konrad (Bischofsstab) dar. Die letzte zeigt einen Adler als Symbol für den Evangelisten Johannes (ob es noch weitere Scheiben mit den anderen Evangelisten gab ist unklar).
Alles in allem bietet ein Besuch der Krypta einen Blick in eine ganz frühe Zeit des abendländischen Christentums noch längst vor der hochmittelalterlichen Welt in Münster und Domkreuzgang oberhalb der Krypta.
- de.wikipedia.org/wiki/Konstanzer_M%C3%BCnster
- Gerhard Ruck, Kunstdenkmäler in Baden-Württemberg, 2006, S. 16-20