Zentren des frühen benediktinischen Mönchstums
Montecassino
Das Kloster des Hl. Benedikts
Fulda
Zentrum der iroschottischen Wandermönche
Reichenau
Die Klosterinsel im Bodensee
Karolingische Reichsklöster
Zentren der Benediktinischen Klosterreform
Frühes benediktinisches Mönchtum
Die Kultur des Abendlandes entfaltet sich in den dunklen Jahrhunderten des frühen Mittelalters nur langsam. Die Übergänge zwischen der Antike und dem romanischen Mittelalter sind fließend. Lange orientierte man sich noch an der Struktur und den Formen des römischen Imperiums. Das byzantinische Kaiserreich in Konstantinopel trägt die Tradition weiter und entwickelt die Formen des christlich geprägten Kaiserreiches. Der Westen des früheren Imperiums tut sich damit schwerer. Immer wieder neue Völkerwanderungen verhindern ein Wachstum. Erst unter den Karolingern stabilisiert sich die Lage wieder langsam mit Rückschlägen.
Eine besondere Rolle für das Konservieren, Weitertragen und Entwickeln von neuen Formen spielt das Mönchtum in Westeuropa. In Irland überlebt in den Wirren der Völkerwanderung das Erbe der antiken Kultur vermischt mit den neuen Impulsen des noch jungen Christentums. Aus den Zentren des iroschottischen Mönchtums wächst eine ganz neue Bewegung, die das kulturelle Erbe zurück auf den Kontinent bringt. In immer wieder neuen Gruppen kommen Wandermönche aus Irland, Schottland und dann auch England über die Nordsee bis tief hinein in das entstehende Frankenreich. In den ehemals römischen Gebieten und Städten wie Regensburg, Mainz oder Köln gibt es Anknüpfungspunkte. Doch in den Gebieten der germanischen Stämme, der Sachsen, Friesen, Alemannen oder Bayern ist das eine harte und gefährliche Arbeit, die manche der mutigen Boten der Kultur mit ihrem eigenen Leben bezahlen.
Sie starten ihre Überzeugngsarbeit in klösterlichen Zentren, Zellen, Einsiedeleien, ersten Klöstern, die noch den Steinhütten der Mönche in Irland ähneln. Bald vermischt sich der vorsichtige Nuebeginn mit Formen aus dem noch lateinischen Süden. Benedikt von Nursia gibt dem klösterlichen Leben im Kloster Montecassino eine Struktur. Die kaolingischen Hausmeier fördern diesen Ansatz und setzen die Benediktus-Regel im Frankenreich durch. Aus den Missionszentren im Wald, an Flüssen oder Inseln inmitten der Seen entstehen Klöster, die bald an Macht und Bedeutung gewinnen: das Abendland erwacht!
Personen und Zentren
Eine kurze Übersicht über ihr Wirken
Columban (540-615), Leinster IRL, Luxeuil (Burgund) 593/596, Bobbio (=Colombano) (italien) 612
- de.wikipedia.org/wiki/Columban_von_Luxeuil
- de.wikipedia.org/wiki/Abtei_Bobbio
Gallus (550-640), Irland, St. Gallen (612)
- de.wikipedia.org/wiki/Gallus_(Heiliger)
Emmeram, (?-652) Poitiers FR, Missionar im bayrischen Regensburg, dort begraben in St. Emmeram, einer Reichsabtei auf dem Gelände eines alten christlichen Gräberfeldes neben dem römischen Catra Regina
Kilian (um 650-689) Mullagh IRL, Missionar der Franken, Märtyrer, Neumünster Würzburg, vgl. St. Kilian in Heilbronn der Paderborn
Pirminius (um 630-753), Irland?, iroschottischer Missionar im Südwesten und Elsass, Mittelzell (Reichenau)(724), aber auch Gengenbach, Murbach, Weißenburg, Maursmünster und Neuweiler, Murrhardt, Schuttern und Hornbach (Pfalz).(Pirmasens!)
Bonifatius (Wynfreth) (673-754), Crediton, Devon (EN), Franken- und Friesenmission, Bischof von Mainz und Utrecht, Fällung der Donar-Eiche der Chatten in Geismar, Gründer der Bistümer von gründete die Bistümer Büraburg bei Fritzlar (742), Würzburg (741/742), Eichstätt (741 oder später) und Erfurt (742), beigesetzt in dem von ihm gegründeten Kloster Fulda.
Corbinian (723-784), irische Mutter, Arpajon (Paris), Bistum Freising (um 730), Weihenstephan