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Renaissance

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Die Baukunst der Renaissance

Die Renaissance ist eine der bedeutendsten Epochen der Kunstgeschichte. Auch wenn sie slebst nur wenige Jahre dauerte markiert sie dennoch einen epochalen Übergang von der mittelalterlichen Welt zur Neuzeit und setzt hier schon die wesentlichen Akzente, die sich in allen Stilformen danach bis zum Beginn der Moderne wiederfindet. Ausgangspunkt ist die Rückbesinnung auf die Antike, was später als die ‘Wiedergeburt’ der Antike bezeichnet wurde.*

Ansätze zur Kunst der Renaissance finden sich im italienischen Kunstempfinden schon früh im Mittelalter. Die Kunst der Gotik mit ihrer mystisch nach oben gerichteten und Raum auflösenden Architektur fand in Italien nie so richtig Fuß, ja wurde eigentlich als fremd empfunden (Der Künstler Vasari (1511-1574 bezeichnete sie als “barbarisch” und gab ihr den Spottnamen “stile barbarico”). So findet man in Italien selbst in der Gotik die Betonung der Vertikalen, Anklänge an antike Architektur und die kunstvolle Verkleidung der Fassaden durch Marmor, im Innenraum dagagen byzantinische Mosaiken und eine Vorliebe für Vierungskuppeln, wie man sie aus der Romanik kannte. Künstler wie Niccolò Pisano (ca. 1210-1278) (von ihm stammt die z.B. Kanzel im Dom von Siena), Lorenzo Ghiberti (1378-1455) (er schuf das bekannte Portal am Baptisterium von Florenz) oder Filippo Brunelleschi (1377-1446) (von ihm stammt die Kuppel des Doms von Florenz) u.v.a. bereiteten den Weg für die neue Stilrichtung, die eng verbunden war mit dem Zeitalter der Entdeckungen, dem Humanismus und der Hinwendung zu den rationalen Wissenschaften.

Im Mittelpunkt der Kunst steht nun nicht mehr das Himmlische, sondern der Mensch. Die Skulptur des menschlichen Körpers erhält nun individuelle Züge; Körperbau und Gesichtsausdruck, Bewegung und Kraft werden in Stein und Marmor umgesetzt. Der Mensch als Mittelpunkt des Kosmos (Man denke an Da Vincis berühmte Darstellung des Vetruvschen Menschen) beeinflusst auch die Architektur. Der Zentralbau weist dem Menschen seinen Platz zu, der ihn in den Mittelpunkt stellt und den Bau als Abbild des Kosmos um ihn bildet mit der enormen Kuppel des Himmelszeltes über ihm. Plötzlich tragen Bildhauer und Künstler bekannte Namen, werden verehrt wie Stars, sind bald bekannter als ihre adligen Auftraggeber. Die bildende Kunst löst sich von der rein religiösen Kunst und porträtiert reiche Privatpersonen, Herrschende und Bürger, ja spricht den Künstler frei seiner Schöpferkraft freien Lauf zu lassen.

In der Architektur orientiert man sich an den wenigen noch erhaltenen römischen Vorbildern. Tempel und Triumphbogen, Statuen, Säulen und Kapitelle, Rechteckgiebel und Verzierungen werden überall nun kopiert und weitergegeben. Schnell wächst der Gestaltungswille über die Vorbilder hinaus. Portale und Säulenstellungen erinnern zwar an antike Vorbilder, haben jedoch schnell ihre eigene Formensprache gefunden, die sich schnell entfaltet, schon im Manierismus sich von der strengen Orientierung an der Antike löst und im Barock und Rokkoko sich voll entwickelt.

Von den Zentren italienischer Macht, den Städten und Republiken, Fürstenhöfe und der Papststadt Rom verbreitet sich die Kunst in ganz Europa mit Verzögerung. In Frankreich und im Norden jenseits der Alpen ist man fasziniert von dem neuen Geist. Doch nur Fürsten und reiche Patrizier wie die Fugger schließen sich der neuen Mode an. Sie wird Ausdruck ihres Selbstbewußtseins in Zeiten der Reformation und Gegenreformation, des Humanismus und der Entstehung der Nationalstaaten. Handwerker und Künstler sind jedoch weiter den alten Schulen verhaftet. Die Kunst der Renaissance im Norden ist gotisch gedacht, handwerklich durchgeführt und inhaltlich an den alten Vorlagen orientiert, jedoch in einem neuen Kleid und neuen Ausdrucksformen umgesetzt. Nur wenige Künstler kennen die Originale selbst. Die meisten hatten nie antike Vorbilder gesehen. Dürer reiste etwa 1494 nach Italien. Ob er überhaupt dort war und ob er über Venedig hinaus kam ist umstritten (vgl. Wikipedia, Dürer).

Literatur:

  • Wilfried Koch, Baustilkunde, 1998, S212 ff.
  • Ernst Ullmann, Renaissance Deutsche Baukunst 1520-1620, Leipzig 1995
  • Rolf Toman, Die Kunst der italienischen Renaissance, Köln 2005
  • Jakob Burckhardt, Die Kultur der Renaissance in Italien, Leipzig, 1896, 2. Auflage

Anmerkung:

*Der Ausdruck Renaissance stammt von den Kunsthistorikern Jules Michelet und Jakob Burckhardt (1855/60) (ital. = rinascimento, franz.= renaissance) . Jedoch schon der Maler Cimabue (1270-1302) spricht von einer “rinascità” der Kunst