Backsteingotik in Norddeutschland
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Backsteingotik im Ostseeraum
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Backsteingotik
Das Bauen mit Backstein oder Terracottaziegeln ist uralt und wird gerne immer da verwendet, wo natürlicher Haustein selten ist oder nur über lange Transportwege zur Verfügung steht. So finden wir Gebäude der sogenannten Backsteingotik vor allem im Norden Deutschlands, im Voralpenland in Bayern, in Polen oder dem Baltikum, zum Teil auch in Skandinavien oder im Süden in Italien etwa in der Poebene, im Südwesten Frankreichs oder anderen Gegenden, in denen behauene Natursteine nur teuer zu bekommen waren.
Schon die Römer verwendeten gebrannte Ziegel als billiges und flexibel einsetzbares Material. Oft wird es da in Kombination mit Hausteinen verwendet. Dabei weisen Gebäude aus Ziegelsteinen eine erstaunliche Stabilität und Langlebigkeit auf, was man an den Resten römischer Großbauten lernen kann und was sicher auch für die Gebäude des Mittelalters zutreffen wird. Zudem eignete sich das hart gebrannte formbare Material als hervorragendes Mittel für komplexe Baustrukturen gerade in der Gotik, wo die filigrane Gestalt der Wand, Fenster, Gesimse oder Giebel eine große Rolle spielt, weniger als glatte Wände oder stabile Füllungen wie in der Antike, die dann durch Putz oder Marmor überkleidet wurden (Was in Italien noch bis in die Neuzeit hinein so gemacht wurde).
Bei der Annakirche in Vilnius im ‘Gotischen Viertel’ wurde das in einem Schaukasten sehr schön demonstriert. Die herrlich verzierte Kirche wurde aus insegesamt nur etwa 34 vorgefertigten Bauteilen erbaut. Das Gesamtbild lässt dabei nicht erkennen, dass das Gebäude grötenteils nur aus sich wiederholenden Mustern besteht.