Torhaus von Lorsch, Meisterwerk der karolingischen Renaissance
Reste des Klosterkirche von Lorsch
Kloster Lorsch
Torhaus und Ruine der KIrche
Kloster Lorsch wurde schon 764 gegründet und war bis zum Hochmittelalter eines der einflussreichsten Reichsklöster, bevor es 1461 an die Kurpfalz verpfändet und in der Reformation 1564 aufgehoben wurde. Von den einst mächtigen Klostergebäuden blieb neben Resten der Klosterkirche (Vorhalle) glücklicherweise die Klosterpforte erhalten. Diese ist ein bemerkenswertes Beispiel der sogenannten karolingischen Renaissance, die bewusst antike Vorbilder aus römischer Zeit wieder zu beleben versucht.
Das Torgebäude mit einer Eingangshalle und drei Durchgängen besteht im Untergeschoss aus einer Säulenanordnung mit ionisch-korinthischen Kompositkapitellen und im Obergeschoss aus Pilastern mit V-förmigen Bögen. Neben der kunstgeschichtlichen Einmaligkeit besticht das Gebäude auch in der Ausführung und den Proportionen. Statt Marmor verwendet der Bau Sandteinplatten aus hellem und roten Stein aus quadratischen oder sechseckigen Kacheln, die deutlich an römische Vorbilder am Rhein erinnert. Die Torhalle (auch Königshalle genannt) wurde um 900 errichtet (dendrochronologisch bestimmt - also später als früher vermutet).