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Nürnberg - Historische Altstadt

Die historische Altstadt von Nürnberg war eine der größten Städte des Heiligen Römischen Reiches und besaß eine große Anzahl reicher Bürger- und Handelshäuse, Adelpaläste und Klerikerhöfe. Diese gingen zu großen Teilen im Bombenhagel des zweiten Weltkriegs unter und nur wenige davon blieben zum Glück erhalten, andere wurden mühsam rekonstruiert, um das alte Stadtbild wenigstens teilweise wieder herzurichten. Hier ein paar wenige markante Beispiele davon.

Das Patrizierhaus der Familie Schürstab blieb im Weltkrieg erhalten (3)

Der Seebalder Pfarrhof am Seebalder Platz (4)

Das Nassauer Haus am Lorenzer Platz (6)

1. Haus zum 'Rothen Ross'

Nürnberg, Am Weinmarkt 12

Das stattliche Gast- und Bürgerhaus am Weinmarkt 12 lässt sich bis auf das Jahr 1377 zurück verfolgen (Ist aber wohl noch älter). Das als Haus zuḿ ‘Rothen Ross’ bekannte Gebäude gilt laut Inschrift am Haus als 'ältestes erhaltenes Profangebäude der Stadt' und war Sitz der Patrizierfamilie Sachs.  Das große Sandsteinquader-Gebäude wurde im Barock verputzt und bekam die rote Farbe. Dabei wurden auch die Treppengiebel gekappt und es sind nur noch die Lisenen zu erkennen. Auch wurde die "unregelmäßige mittelalterliche Fensterverteilung" im Barock “korrigiert” und der angegangene Dachziererker 1996 durch einen neuen (Von der Gaststätte Seerose) ersetzt. Original ist noch die Eckmadonna von 1370.

Infos und Quelle: Hausinschrift und de la Riesta, aaO., S. 122

2. Giebelhaus

Nürnberg, Am Weinmarkt 12 / Albrecht-Dürer-Straße 1

Das eigenwillige Giebelhaus ist ein zurückgesetztes Haus, das zum Komplex des Roten Rosses gehört. Es überrascht mit einem doppelten Stufen-Giebel, der wohl schon im Stil der Renaissance Stufen mit Voluten verbindet, im inneren aber Lisenen verwendet - ungewöhnlich wie die beiden Giebel an der Vorder- und der Seitenwand im 90 Grad-Winkel zu einander. Im Kern ist das Gebäude mittelalterlich aus der für Nürnberg typischen Kombination von Haustein und Backstein (verputzt).

Infos: della Riesta, aaO. S. 85f

3. Schürstabhaus

Nürnberg, Seebalder Platz

Das Patrizierhaus bei der Seebaldkirche gehört zu den am besten erhaltenen mittelalterlichen Häuser Nürnbergs und ist im Krieg erhalten geblieben. Das Haus erwuchs aus einem Gebäudekomplex und gehörte 1328-1478 der Familie Schürstab. Der neue Besitzer Carl Schweizer baute in das Haus eine Hauskapelle ein.

de.wikipedia.org/wiki/Sch%C3%BCrstabhaus

4. Seebalder Pfarrhof

Nürnberg, Seebalder Platz

Der Gebäudekomplex des Seebalder Pfarrhofes dierkt neben der großen Sebaldus-Kirche am Platz ist eines der ältesten und bekanntesten mittelalterlichen Profanbauten der Stadt. Er entstand etwa zeitgleich mit der Kirche im 13. Jh. mit einem Turmbau, der heute noch an der Südostecke des Gebäudes erkennbar ist. Neben ihm und um ihn herum wurde das Gebäude erweitert durch einen Hof für Gäste und Tiere des Pfarrhofes, Domizil zahlreicher gebildeter und meist adlige fränkische Bürger. Sehr schön ist das 'Seebalder Chörlein' aus der Zeit um 1350 einer Hauskapelle im 1. Obergeschoss des Wohnturmes, dessen Original seit 1898 im Germanischen Nationalmuseum untergebracht und durch eine Kopie ersetzt wurde. 1514 wurde das Gebäude im Obergeschoss im Stil der beginnenden Renaissance erneuert. Das Gebäude wurde von schweren Schäden im 2. Weltkrieg glücklicherweise verschont.

de.wikipedia.org/wiki/St._Sebald_(N%C3%BCrnberg) Abschnitt 'Seebalder Pfarrhof'

5. Dürer-Haus

Nürnberg, Beim Tiergärtnertor

Das mittelalterliche Wohnhaus Albrecht Dürers am Tiergärtnertor unweit der Burg von Nürnberg ist ein Gebäude, das wohl um 1420 errichtet wurde und ab 1509 Dürer und seiner Familie bis zu seinem Tod 1528 als Heimat und Werkstatt diente. Neben dem Hauptgebäude aus zwei Natursteingeschossen und weiteren aus Fachwerk ausgeführten Stockwerken wurde im 19. Jahrhundert im Sinne des Historismus teilweise neu gestaltet. Glücklicherweise hat auch dieses Haus den Feuersturm des zweiten Weltkireges überlebt und gibt heute noch einen guten Eindruck eines mittelalterlichen Patrizierhauses.

de.wikipedia.org/wiki/Albrecht-D%C3%BCrer-Haus

6. Nassauer Haus

Nürnberg, Lorenzer Platz 2

Eines der ältesten und bekanntesten mittelalterlichen Profanbauten steht direkt gegenüber der Lorenzkirche am Platz und ist ein im Ursprung romanischer Wohnturm mit mehreren Stockwerken. Der Name Nassauer Haus geht von der falschen Vermutung aus, das Haus habe einen Bezug zum deutschen König Adolf von Nassau († 1298). Tatsächlich gehörte das Haus verschiedenen Nürnberger Patrizierfamilien wie den Schürstabs und Ortliebs, und zuletzt den Schlüsselfeldern, deren Namen es bis zum 19. Jh. trug. Der Wohnturm mit Ähnlichkeit zu italienischen Geschlechtertürmen und Beispielen im Reich wie dem Gelben Haus in Esslingen oder dem Haus zur steinernen Glocke in Prag besteht aus einem rechteckigen Turm mit romanischen und gotischen Fenstern, einem gotischen Chörlein an der Fassade und einem Aufsatz mit drei Türmchen und Satteldach und einem Umgang mit wertvollem Wappenfries aus dem Mittelalter. Den Zweiten Weltkrieg hat das Gebäude nur beschädigt überlebt und wurde aus Bruch- und Fundstücken wieder restauriert.

de.wikipedia.org/wiki/Nassauer_Haus

Literatur

Pablo de la Riestra, 
Nürnberg - Die historische Altstadt, 
Imhof-Verlag, Petersberg 2005