Schwäbisch Hall
Der Adelshof am Markt 12 in Hall - Büschlerhof (1)
Steinhaus von 1220 - Haalstraße (2) Siedersburg
Clausnitzerhaus und Münzmeisterturm von 1220 (3)
Comburger Hof in der Klostergasse (4)
Bonhöffer-Haus und Nonnenhof in der Klostergasse (5)
Die Keckenburg - Geschlechterturm und Museum (6)
Die obere und die untere Herrengasse mit seinen uralten Quartieren (7)
Die sieben Burgen von Hall
Der Legende nach gibt es sieben Adelssitze der Stadt Hall, die zu den Gründungswohnsitzen gehörten und später die Verwaltung der Stadt und der Saline einnahmen (Źusammenstellung nach Wikipedia):
- die Salzgrafenburg, oder Burg Hall; Sitz des Salzgrafen, inzwischen Standort der Hauptkirche St. Michael.
- die Schultheißenburg; Sitz des Schultheißen
- die Münzmeisterburg; Sitz des Münzmeisters
- die Sulmeisterburg; Sitz des Sulmeisters, dem Aufseher über die Saline.
- die Feurerburg; Sitz des Feurers, dem Aufseher für das Feuerholz der Saline.
- die Keßlerburg; Sitz des Keßlers, dem Aufseher über die Schmiede und Pfannen.
- die Siedersburg; Sitz des Sieders, welcher den Siedknechten vorstand.
vgl. z.B. de.wikipedia.org/wiki/Sulmeisterhaus
1. Büschlerhof
Schwäbisch Hall, Am Markt 12
Das große Steinhaus neben der Kirche St. Michael am Markt in Schwäbisch Hall geht in seinem Bestand auf einen staufischen Verwaltungssitz in der Reichsstadt Hall zurück. Später wurde dieser als Stadtadelshof erweitert und ist benannt nach dem Stättmeister Büschler, der im 16. Jh. dort auch Kaiser Karl V. beherbergte (1541 und 1546). Das Mauerwerk des Gebäudes verrät einiges über die Baugeschichte. So findet sich am Giebel neben dem Haus zum Goldenen Adler ein gotisches Fenster. Ebenso erkennt man auf der Rückseite im Hof noch Reste gotischer Biforien-Fenster. Heute wird das Gebäude als Hotel genutzt.
Quelle: Infotafeln am Gebäude
de.wikipedia.org/wiki/B%C3%BCschlerhaus
2. Stadtadelshof
Schwäbisch Hall, Haalstraße
Das wenig auffällige Steinhaus in der Haalstraße in der Altstadt von Schwäbisch Hall ist ein Stadtadelshof aus dem 13. Jh. Erbaut wurde es um 1220 und wurde um 1300 erweitert. Der Keller und die Grundmauern sind möglicherweise noch älter und weisen in die Zeit der Gründung der Stadt um 1000 zurück. Es wird angenommen, dass dieses Haus auch die Münzstätte des berühmten Hellers war, der Münze als Hall, die im ganzen Reich verwendet wurde. In der linken Gebäudehälfte lassen sich noch die runden Fensterbögen erkennen, die möglicherweise ein Bi- oder Triforien-Fenster enthielt. An der Querseite findet sich ein Steinrahmen eines profilierten gotischen Kreustockfesters?
Quelle:
Infotafeln am Haus
3. Münzmeisterturm
Schwäbisch Hall, Am Markt 2
Das stattliche Barockfachwerkhaus aus dem 16./17. Jh ist als Clausnitzerhaus bekannt. Nur unscheibar verbirgt sich hinter der barocken Fassade ein mittelalterliches Kleinod, der Adelsturm des Münzmeisters um 1250. Ein wunderschönes Biforienfenster um 1220/30 ist im Inneren im 1. Obergeschoss erhalten. Ein Wandgemälde mit dem Urteil des Salomo wurde 1955 im nordöstlichen Zimmer des 1. Geschosses entdeckt, das sich heuet im Keckenburg-Museum (Hällisch-Fränkisches Museum) befindet. (Ansichten dazu finden sie auf der Webseite des Häuserlexikons s.u). Sichtbar ist noch die Fassade eines um 1260 angebauten Steinhauses mit gotischen Fenstern zur Oberen Herrengasse, dessen Fassade zum Markt heute durch das 1592 begonnene Fachwerkhaus verdeckt wird.
Quellen:
Eduard Krüger, Schwäbisch Hall, aaO. S.110f.
de.wikipedia.org/wiki/Liste_der_Kulturdenkmale_in_Schw%C3%A4bisch_Hall
www.haeuserlexikon.de/haeuserlexikon-schwaebisch-hall/gebaeudeverzeichnis/am-markt-2
4. Comburger Hof
Das im Kern mittelalterliche Haus in der Klosterstraße 5 ist der ehemalige Pfleghof des Klosters Comburg bei Hall. Der Fachwerkbau um 1500 erbaut hat ein schönes barockes Portal aus dem 18. Jahrhundert. Es ist bekannt, dass das Kloster seinen Sitz ab 1323 in der Stadt hier hatte und hier muss sich laut Krüger auch das frühere Spital der Stadt befunden haben (unsicher). Zusammen mit den Gebäuden 5-7 Bildet das Ensemble den Adelshof der Berler (Berlerhof).
Quellen:
Eduard Krüger, Schwäbisch Hall, aaO. S.26-29
de.wikipedia.org/wiki/Liste_der_Kulturdenkmale_in_Schw%C3%A4bisch_Hall
de.wikipedia.org/wiki/Berlerhof
www.haeuserlexikon.de/haeuserlexikon-schwaebisch-hall/gebaeudeverzeichnis/klosterstrasse-5
5. Bonhöfferhaus und Nonnenhof
Schwäbisch Hall, Klosterstraße 7
Das Herrenhaus in der Klosterstraße 7 ist als Bonhöffer-Haus bekannt, nach den Besitzern der Goldschmiede-Familie Bonhöffer, die das Haus 1692 übernahmen und barockisieren ließen. Im Kern verbirgt sich darin ein staufisches Steinhaus mit Fachwerkgiebel aus dem Mittelalter (vgl. Mauerwand zum Nachbarhaus Nr. 9) Der Torbogen führt zum Beginenhof der Stadt und dem mittelalterlichen Fachwerkhaus von 1514 mit noch erhaltenen Gemeinschaftsräumen und Zellen (Nonnenhof 4) (vgl. Bilderschau des Häuserlexikons)
Quellen:
Eduard Krüger, Schwäbisch Hall, aaO. S.110f.
de.wikipedia.org/wiki/Bonhoeffer-Haus_(Schw%C3%A4bisch_Hall)
www.haeuserlexikon.de/haeuserlexikon-schwaebisch-hall/gebaeudeverzeichnis/nonnenhof-4
6. Keckenburg
Schwäbisch Hall, am Keckenhof oder Untere Herrengasse 10
Der Wohnturm der Familie von Keck (Keckenburg) ist der am besten erhaltene Wohnturm in Schwäbisch Hall und ist einer der Adelshöfe der Stadt. Gesichert ist die Bauzeit um 1240 (dendrochronologisch) und ab 1280 erfolgte der Aus- und Umbau des Turmes mit einem Anbau. Der Fachwerkaufsatz stammt von 1508. Im Inneren wurde der Turm zum Teil barockisiert. Dabei wurden leider die romanischen Fester durch größere barocke Fenster ersetzt, die das Aussehen des Turmes deutlich veränderten. Heute kann der Wohnturm im Rahmen des Hällisch-Fränkischen Museum in Ruhe besucht werden, die gleichzeitig einen schönen Überblick über die Stadtgeschichte bietet.
Quellen:
Eduard Krüger, Schwäbisch Hall, aaO. S.111 und 122
www.haellisch-fraenkisches-museum.de/de/museum/die-haeuser/keckenturm
de.wikipedia.org/wiki/H%C3%A4llisch-Fr%C3%A4nkisches_Museum
de.wikipedia.org/wiki/Liste_der_Kulturdenkmale_in_Schw%C3%A4bisch_Hall
www.haeuserlexikon.de/haeuserlexikon-schwaebisch-hall/gebaeudeverzeichnis/untere-herrngasse-10
7. Obere und Untere Herrengasse
Schwäsch Hall, Herrengasse
Die verwinkelten Gässchen, Treppen, eng stehende und überkragende Wohnhäuser aus dem Mittelalter, Renaissance und Barock bieten einen einmaligen Anblick einer mittelalterlichen Stadt in Deutschland. Die bevorzugte Lage in der Nähe des Marktplatzes und der Michaelskirche sorgten für die Ansiedlung von höher gestellten Familien, Händlern und Adligen. Ich verzichte hier auf eine genaue Beschreibung einzelner Gebäude und lade Sie ein zu einem Rundgang mit meinen Bildern oder zu einem Besuch der im zweiten Weltkrieg nur schwach beschädigten Reichsstadt Schwäbisch Hall. Übrigens blieb dieser Teil der Altstadt auch vom Stadtbrand 1728 verschont und ist unberührt gewachsen bis auf unsere heutigen Tage.
Literatur
Eduard Krüger
Schwäbisch Hall
Ein Gang durch Geschichte und Kunst
Eppinger Verlag Schwäbisch Hall 1982