Ulm
Steinernes Haus und Nikolauskapelle (1)
Das Haus des Steuermeisters am Weinhof (3)
1. Grüner Hof (Steinernes Haus)
Ulm, Neue Straße, Grüner Hof
Das Steinhaus beim Grünen Hof in Ulm gehört zusammen mit der Nikolauskapelle zu den ältesten erhaltenen Bauwerken der Reichsstadt Ulm. Das Anwesen war im Besitz des Notars Marquard, Notar Kaiser Friedrichs II. Diese übergab 1222 die Gebäude dem Zisterzienserkloster Salem am Bodensee, die auf dem Gelände ihren Pfleghof in der Donaustadt Ulm einrichteten, wovon noch das gegenüber stehende Gebäude zeugt. Der Bereich südlich der Neuen Straße wurde vom Kloster schon bald an das Kloster Reichenau im Bodensee übergeben, die den Klosterhof (Grüner Hof gennannt) sich zu eigen machten. Nach einer finanzieller Notlage überließ das Kloster auf der Bodenseeinsel das Gelände der Stadt Ulm, die die südliche Hälfte des Steinhauses 1457 abbrechen ließ. Zwei sehr schöne Triforienfenster sind davon noch erhalten, eines ganz, das andere beschädigt. Diese zählen zusammen mit der im Grunde romanischen Nikolauskapelle zu den wertvollsten Zeugen der frühen Stadtgeschichte Ulms.
Quellen: Infotafeln am Gebäude
de.wikipedia.org/wiki/Nikolauskapelle_und_Steinhaus
2. Salemer Hof
Ulm, Neue Straße
Der Pfleghof des Klosters Salem am Bodensee steht in der Neuen Straße. Das heute eher barock erscheinende stattliche Gebäude wurde als Patrizierhaus im 15. Jh erbaut und 1485 im Stile der Spätgotik umgebaut. Aus dieser Zeit sind sichtbar erhalten nur ein spätgotisches Fenster und ein Wappen von 1480. Neben dem gotischen Gewände mit Spitzbogen und nach unten gekehrten Lilien mag das Fenster selbst ein Triforienfenster gehabt haben, das durch das moderne Glasfenster verdeckt wird. Bis 1505 ist das Gebäude im Besitz der Famile Gienger und wird dann vom Kloster Salem übernommen, das hier bis 1803 ihren Pfleghof in der Reichsstadt unterhielt. Das Gebäude wurde 1794 im klassizistischen Stil umgebaut und mit einem Masardendach versehen.
Anmerkung: das gotische Fenster befand sich bis 1980 noch an der Frontseite zur Frauenstraße und wurde bei der Renovierung 1981 versetzt. Hans Koepf schlägt in seinem Buch vor, den Zustand vor 1794 wieder herzustellen und geht von drei gotischen Saalfenstern mit Triforien auf der Stirnseite und zwei auf der Längsseite aus. Die Widerherstellung des Dachgiebels auf der Stirnseite würde den mittelalterlichen Eindruck wieder unterstreichen.
Quellen:
Hans Koepf, Ulmer Profanbauten, W. Kohlhammer, Ulm 1982, S. 120
https://de.wikipedia.org/wiki/Liste_der_Kulturdenkmale_in_Ulm-Innenstadt / Salmansweiler Hof
3. Steuermeisterhaus
Ulm, Sattlergasse 2, Am Weinhof
Das dreigeschössige gotische Haus am Weinhof in Ulm wird als Steuermeisterhaus bezeichnet. Es wurde 1437 als Patrizierhaus von der Stadt Ulm erworben und 1534 als Steuerhaus spätgotisch neu errichtet. Das stattliche Gebäude besitzt einen wunderschönen Giebel zur Sattlergasse mit sich überkreuzenden Kielbogen und insgesamt neun zierlichen Filialspitzen. Je zwei tief profilierte Rechteckfenster mit unterteilenden Stäben zieren die Norwestecke. Das teilzerstörte Haus wurde nach dem Zweiten Weltkrieg außen wieder hergestellt.
Quellen:
Infotafel am Gebäude
Hans Koepf, Ulmer Profanbauten, W. Kohlhammer, Ulm 1982, S. 160
Literatur
Hans Koepf
Ulmer Profanbauten - Ein Bildinventar
Forschungen zur Geschichte der Stadt Ulm, Reihe Dokumentation Band 4
Kommissionsverlag W. Kohlhammer, Ulm 1982