Noli
Serepublik der vielen Türme - Noli (1)
Die Casa Pagliano in Noli - ein herrlicher Palazzo an der Uferpromenade (2)
1. Altstadt der Seerepublik
Noli, Ligurien
Die kleinste der italienischen Seerepubliken (Venedig, Genua, Pisa, Amalfi) zählt heute nur 2430 Einwohner und liegt eng umschlossen zwischen den Hängen des ligurischen Hinterlandes. Trotzdem zählt ihre Altstadt zu den schönsten und historisch interessantesten Orten der italienischen Küste. Rote Däche und stumpfe Türme erblickt man von hoch oben vom mittelalterlichen Castello. Nur wenige der Türme sind erhalten, doch beim Laufen durch die engen mit Stützbogen gehaltenen Häusergassen wird schnell deutlich: die Stadt bestand fast nur aus Türmen. Das muss ein fantastischer Anblick gewesen sein! Überall sieht man die Stümpfe mit dem aus grauem Naturstein gehaltenen Sockel und dem aufragenden Turm in Backstein, der oft nur noch ein oder zwei Etagen hoch ist. Einzelne wenige ragen immer noch steil empor, 20, 30 und mehr Meter. Die Stadt direkt am Meer war über die Küste nur schwer erreichbar. Das schützte sie vor den sarazenischen Angriffen. Und so beteiligte sie sich selbst an der Flotte der Kreuzzüge und wurde dafür als Seerepublik geadelt. Die Menschen lebten hier schon immer mit dem Meer, so auch die Familie von Christoph Columbus, die hier angeblich aus Noli stammte (der Großvater, so heißt es). 1476 bricht der junge Cristofero jedoch mit einer Flotte von fünf Schiffen von der Bucht von Noli Richtung Atlantik auf. Sie kommt nur bis zum Kap von Sao Vincente, wo er nach einer vernichtenden Seeschlacht schwimmend die portogiesische Küste erreicht - und dort seine Karriere beginnt. Eine Gedenktafel erinnert noch heute in Noli um Bogengang vor der Hafenmauer, von dem aus man früher die Boote an den Strand zog.
2. Casa Pagliano
Noli, Ligurien
Die herrliche Casa Pagliano an der Uferpromenade der Seerepublik Noli stammt zwar aus dem 14. Jahrhundert, ist aber ein Produkt der Restauration durch Angelo Demarchi im Jahre 1906. Vieles daran mag eher dem Geschmack der Neugotik und der Mittelalter-Romantik der Zeit um die Jahrhundertwende entsprechen, zeigt aber dennoch typische Elemente eines mittelalterlichen Hauses in Noli: ein massives Erdgeschoss aus großen Steinblöcken mit schmalem Tor und Nischenfenstern, darüber der Saal der Herrschaft mit den typischen Triforien-Fenster und den und den Biberschwanz-Zinnen auf dem Dach. Daneben der Stumpf des Geschlechterturms. Das Haus gehörte im Mittelalter dem Malteserorden.