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Cluny
Reste der Abtei
Abteikirche St. Peter und Paul
Eine der bedeutendsten Abteien des Mittelalters ist Cluny in Burgund. Die Benediktinerabtei war ausgehend vom Jahr 901 das Zentrum einer Reformbewegung das zahlreiche Klöster in Frankreich und ganz Europa beeinflusste. Dabei erkämpfte sich das Kloster die Unabhängigkeit von Klerus und Adel und unterstellte sich allein dem Schutz des Papstes. Hauptmotiv der Reform war die strenge Rückkehr zur Regel des Hl. Benedikts und die Einhaltung des liturgischen Dienstes im Chorgebet, für das die Größe und Pracht der Abteikirche immer höhere Bedeutung erlang. Am Ende hatte die Abteikirche (die dritte in Folge = Cluny III) sieben Türme, zwei Querhäuser und unzählige Seitenkapellen. Sie war die größte Kirche der Christenheit vor dem Bau von St. Peter in Rom und wurde von 1088 bis 1095 erbaut und später erweitert (Narthex ab 1135). 1230 war die Kirche dann vollendet. Die Ausmaße sind gigantisch: fünf Schiffe mit einer Länge von 187 Metern mit einer Breite von 12 Metern im Mittelschiff und einer Gewölbehöhe von 30,5 Metern. Sie war ein direktes Vorbild der Kirchen von Paray-le-Monial und der Kathedrale von Autun St. Lazare.
Von der gigantischen Kirche blieben nach dem Abriss in der französischen Revolution nur die Stümpfe der beiden Westtürme übrig, Mauerreste des Kirchenschiffs das rechte Querhaus mit Gewölben, Kapellen und einem eindrucksvollen Vierungsturm, der noch am meisten die monumentale Größe der Kirche vermittelt. Erhalten geblieben ist das schon barocke Abteigebäude mit Kreuzgang und gotische Gebäudereste (z.B. der Getreidespeicher und Reste der Umfassungsmauer).
Unterschieden werden folgende Bauphasen:
- Cluny I Erste Abteikirche von 926 (keine Reste)
- Cluny II 955 bis 981 errichtet, dreischiffige Basilika mit Vierungsturm. Vorbild zahlreicher Klosterkirchen z.B. auch von St. Peter und Paul in Hirsau
- Cluny III Die neue große Abteikirche von 1088 bis 1230, die in Resten heute noch erhalten ist.