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Glanum

(St. Remy-en-Provence)

Der Urspung von Glanum liegt in einem kelisch-ligurischen Oppidum auf den Höhen der Alpillen, die sich im Süden von Avignon bei der Stadt Saint Remy-en-Provence erstrecken. Das mit einer massiven Steinmauer befestigte Oppidum erstreckte sich über eine Länge von 300 Metern und einer Fläche von 20 Hektar.
Vom 6.-2. Jh. v. Chr. besiedelte der Stamm der Salluvier das Oppidum und die Stadt die sich bis in die Ebene hinaus nach Norden und Osten ertreckte. Die Salluvier waren offen für die hellenistische Lebensart der nahen Stadt Massilia (Marseille) und brachten eine eindrucksvolle Mischkultur hervor, die sich im oberen Teil der Siedlung noch deutlich ablesen lässt. Diese befindet sich in einem eng eingeschnittenen Tal der Alpillen, in dem sich eine heilige Quelle befand, die schon seit vorgeschichtlicher Zeit verehrt wurde und die dem Gott Glanis und seinen weiblichen Begleiterinnen den Glanicae zugeschrieben wurde.
In diesem älteren Teil der Stadt (Glanum I) befindet sich heute noch die heilige Quelle, die über eine Treppe zu erreichen ist, daneben ein römischer Tempel der der Valetudo (Göttin der Gesundheit) gewidmet war. Gegenüber dem Brunnen führt eine uralte Treppe den Hang hinauf zu einer tiefen Felsspalte, die den chtonischen Erdgöttern geweiht war und schon seit der frühen Eisenzeit samt der Quelle verehrt wurden. Ein Stadttor und sichtbare Reste der gallo-ligurischen Mauer des Oppidums schließen die Oberstadt ab, in der man auch noch einige Reste der Häsuer der Urbevölkerung finden kann.
Darunter erstreckt sich das Glanum der wohlhabenden gallo-römischen Stadt (Glanum II), die teilweise schon vor der Eroberung durch die Römer entstand, spätestens aber nach dem Sieg der Römer über die Salluvier 125/24 v. Chr. ein oppidum latinum wurde, später dann in der Kaiserzeit den begehrten Titel colonia erhielt. Spätestens in dieser Zeit erhielt die Siedlung alle typischen Gebäude einer römischen Stadt: Thermen und Forum, Curia und Tempel für den Kaiserkult, ein Theater und ein Triumpfbogen mit Juliermonument vor der Stadtmauer. (Glanum III).
Mit dem Untergang des römischen Reiches verschwand auch Glanum, dessen Bedeutung vor allem mit dem Heiligtum verbunden war. Erst die Ausgrabungen im 19. und 20. Jh. brachten in der Talmulde unter dem Schutt die Stadt wieder zum Vorschein zu einem einmaligen Zeugnis einer gallo-römischen Stadt. Hier zieht sich die Hauptstraße an den Thermen vorbei die Stadt hinauf als wäre die Zeit stehen geblieben, darunter die Cloaca, rechst und links Therme und Maccellum (ein Kaufhaus), reiche Bürgerhäuser mit pröchtigen Innenhöfen (Haus der Anten, Haus des Attis, die große Gerichts- und Markthalle der Basilica, das Forum und die Zwilligstempel, die man teilweise rekonstruiert hat, die Curia und ein schöner hellenistischer Brunnen bis zum Stadttor der alten Stadt im heiligen Bezirk.
Vor der Stadt dann die schon an der Straße sichtbaren und als Les Antiques bezeichneten und gut erhaltenen Monumente mit dem Triumphbogen mit Szenen aus dem Sieg über die Gallier und das als Kenotaph* erbaute Mausoleum der beiden Söhne des Augustus Caius und Lucius (die verehrten 'Prinzen der Jugend'), die hier verehrt wurdem.
(*Kenotaph= ein Grabal für ein an fremder Stelle begrabene Tote)

Quelle: Glanum, Reihe Itinéraires, Reiseführer des Museum-Shops
Die Provence, DuMont-Kunstreiseführer, 1988, S. 142ff.

https://de.wikipedia.org/wiki/Glanum (DE)
https://fr.wikipedia.org/wiki/Glanum (FR)