Noto
Noto gehört wohl zu den schönsten Barockstädten überhaupt. Die ganze Stadt ist ein Gesamtkunstwerk erster Güte. Der herrliche warme Kalktuffstein strahlt in der Sonne und färbt sich je nach Sonnenlicht von hellgelb bis tief dunkel orange in den Abendstunden. Wie auch die anderen bekannten Städte im Val di Noto, Ragusa, Modica oder Avola, ereilte auch Noto das selbe Schicksal durch das Erdbeben im Jahre 1693. Neben tausenden von Toten, die im alten Noto ein paar Kilometer landeinwärts gestorben waren, beklagte man auch den Untergang einer schon damals schönen Stadt geprägt durch Mittelalter und Renaissance.
Unter den Architekten Francesco Paolo Labisi oder Vincenzo Sinatra wurde die neu geplante Stadt sorgfältig an einem Hang angelegt. Die Oberstadt gehörte den adligen und wohlhabenden Bürgern, die sich hier ihre Paläste errichteten, die Unterstadt den armen Leuten, die wie seit eh und je in kleinen Häuschen in engen Gassen lebten. Eine gerade und repräsentative Straße zieht sich durch die Mitte der Stadt. Der heute Corso Vittorio Emmanuele genannte Prospekt ist wie ein Theater, an dem sich die Schönheiten der Stadt Reihe an Reihe präsentieren. Die Enge vieler italienischer Städte weicht hier einer heiteren, offenen Weite, die Raum zur Beschaulichkeit gibt und Archtiektur mit Stadtbaukunst verbindet, von Parks und Gärten, Plätzen und Einblicken in die Seitenstraßen ermöglicht.
Zu den bemerkenswertesten Straßen gehört die Via Corado Nicolaci, die stark ansteigt und mit der Fassade der Kirche von Montevergine endet. Jedes Jahr an Fronleichnahm wird die Stiege mit tausenden Blüten geschmückt und gehört zu den Hauptattraktionen Notos. Von besonderer Bedeutung sind die Steinmetzarbeiten an den angrenzenden Gebäuden: Tiere und Fabelwesen, Blüten und Ornament zieren die Balkone, Portale und Fenstergesimse der Paläste, ein einmaliges Spektakel barocker Plastik.
An die 20 Kirchen und noch einige Konvente gehören zum Gebäudebestand der noblen Stadt, die unbedingt sehens- und erhaltenswert ist. Deshalb gehört Noto auch zur Liste des UNESCO Weltkulturerbes. Und wie gefährdet es zeigt der Einsturz der Domkuppel vor wenigen Jahrzehnten, der wohl auf einen Baufehler zurück ging, nicht auf ein Erdbeben.
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