Das Benediktiner-Kloster Großcomburg bei Schwäbisch Hall
Kloster Comburg
Benediktinerkloster und Ritterstift
Das 1078 von den Grafen von Comburg-Rothenburg gestiftete Kloster Comburg bei Schwäbisch Hall gehörte zu den einflussreichsten Klöstern der Region und schloss sich der Hirsauer Reform an. Die beeindruckende Klosteranlage auf einem Umlaufberg hoch über dem Kocher ist hauptsächlich durch Gebäude aus der romanischen Gründerzeit geprägt und der spätmittelalterlichen Festungsanlage. 1488 wurde das verarmte Kloster durch die Fürstbischöfe von Würzburg in ein Chorherrenstift umgewandelt das als Ritterstift für adlige Herren diente. In der Reformation blieb das Kloster eine katholische Enklave im protestantisch gewordenen Umland. Im Zeichen der Gegenreformation ließen die Würzburger Fürstbischöfe durch den Hofbaumeister Joseph Greissing 1706–1715 die Comburg barock umgestalten. An der Stelle der 1088 geweihten romanischen Basilika wurde eine barocke Freipfeilerhalle im vorarlberger Stil errichtet, die die drei spätromanischen Türme unter seinem mächtigen Dach umschloss. Unter den Blendfenstern an der Seite kann man die voll erhaltenen Mauern der Türme noch erkennen. Die geplanten barocken Hauben kamen jedoch nie zur Ausführung. Die helle und freundliche Kirche in weißem Stuck gehalten wirkt durch ihre perfekte Harmonie und klassisch anmutenden Peiler. Neben den verbliebenen romanischen Schätzen der Kirche (goldenes Altar-Anthependium und dem Radleuchter) ist das Chorgestühl und die herrliche Kanzel von Balthasar Esterbauer hervorzuheben mit ihrer sinnlich leichten Darstellung der sieben Todsünden beherrscht durch die triumpfierende Gestalt des auferstandenen Christus.