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Neckartailfingen

Martinskirche

Pfarrkirche St. Martin

Die schon aus der Zeit der alemannischen Besiedlung zurückgehende Pfarrkirche St. Martin (7./8. Jh.) in Neckartailfingen (zwischen Nürtingen und Tübingen) wird um 1080 erstmals im Codex Hirsaugiensis erwähnt, als die von der Grafen von Achalm in Reutlingen ihre Anteile an der Kirche und deren Besitz dem Kloster Hirsau übergeben.  Wohl zur Zeit des Abtes Bruno von Hirsau (1107-1120) entsteht die neue Martinskirche in Neckartailfingen im Hirsauer Schema. Sie ähnelt in Dimensionen und Form der Aureliuskirche in Hirsau und ist hier sehr gut erhalten. Drei monolithische Säulen aus Stubensandstein tragen die wuchtigen Hirsuaer Würfelkapitelle. Die beiden Stümpfe der Westtürme sind noch erhalten und erkennbar, dazwischen befindet sich eine tonnengewölbte Vorhalle. Die drei gestaffelten Absiden sind nach Außen gerade geschlossen und mit Fresken verziert. Der große Turm von 1501 gehörte ursprünglich nicht zum Gebäude. Die Martinskirche diente als Pfarrkirche in einem ausgedehnten Kirchspiel mit zehn Filialgemeinden, war aber wohl nie eine Klosterkirche und auch kein Priorat von Hirsau.

Infos:

 

Anmerkungen:

“Trotz ihrer geringen Ausmaße (27 Meter Gesamtlänge, 11,80 Meter Breite) beeindruckt die romanische Martinskirche durch die ungewöhnlich steilen Proportionen (Raumhöhe 11,60 Meter), die sich vor allem im Inneren bemerkbar machen. In direkter Nachfolge der Aureliuskirche in Hirsau beitet sie ein ungewöhnlich gut erhaltenes Beispiel eines Bauwerks aus dem unmittelbaren Umkreis des großen Reformklosters.” ( So Jürgen Kaiser, Martinskirche Neckartailfingen, Regensburg 2000, S.18)